Kinderunfälle im Haus vermeiden

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Kinder sind neugierig, erfinderisch und voller Entdeckerlust. Sie sind aber auch unerfahren und "kennen" noch keine Gefahr. Auch die Wahrnehmung von Kindern unterscheidet sich ganz wesentlich von der eines Erwachsenen. Nicht zu vergessen: Kinder sind deutlich kleiner als Erwachsene und haben schon allein deshalb einen anderen Blickwinkel.

Dies alles sind Gründe, warum im Haushalt oftmals versteckte Gefahren für Kinder lauern, die dann zu Unfällen wie Verbrennungen, Verbrühungen, Vergiftungen oder Stürzen führen. Ein Kind kann z.B. nicht über die Herdkante blicken und fasst deshalb auf die glühende Herdplatte. Auch die Gefahren, die beim Herauslehnen aus dem Fenster drohen, sind dem Kind nicht von vornherein klar.

Insbesondere im Säuglings- und Kleinkindalter sind die Eltern für die Sicherheit und Gesundheit verantwortlich. Gleichzeitig werden sie häufig davon überrascht, wie viel ihr Kind auf einmal kann. Sie rechnen nicht damit, dass das Kind den Wasserkocher erreichen, die Ofentür öffnen oder das heiße Wasser aufdrehen kann.

Viele ausführliche Informationen für ein sicheres Zuhause finden sich unter www.kindergesundheit-info.de, einem Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Unter www.kindersicherheit.de klärt die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. (BAG) umfassend auf.

10 Tipps der BAG

  1. Nehmen Sie die Perspektive von Kindern ein und beseitigen Sie die entdeckten Gefahren.
  2. Lassen Sie Babys und Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt.
  3. Machen Sie Ihr Kind auf Gefahren aufmerksam und erklären Sie, warum etwas gefährlich ist.
  4. Fördern Sie die motorische Entwicklung Ihres Kindes durch unterschiedliche Bewegungsanreize, Spiel- und Übungsmöglichkeiten.
  5. Beteiligen Sie Ihr Kind seinem Alter entsprechend bei Tätigkeiten im Haushalt.
  6. Bewahren Sie alle Gegenstände, die kleiner als ein Tischtennisball sind, immer außer Reichweite Ihres Kindes auf, um ein Verschlucken zu vermeiden.
  7. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht in Berührung mit Feuer oder heißen Flüssigkeiten kommen kann.
  8. Bewahren Sie Medikamente, Knopfzellenbatterien, Alkohol, Zigaretten sowie Wasch- und Reinigungsmittel immer gut verschlossen außer Reichweite Ihres Kindes auf.
  9. Stellen Sie Möbel und schwere Gegenstände kippsicher und stabil auf. Verankern Sie schwere Möbel fest an der Wand.
  10. Setzen Sie Sicherheitsartikel altersentsprechend ein, z.B. Treppen-, Steckdosen- und Kantenschutz oder Herdschutzgitter.

Einen Flyer mit diesen und mehr Tipps zur Kindersicherheit des eigenen Zuhauses finden Sie hier.

Gefahrenort Küche

Die Küche ist für Kinder ein äußerst attraktiver Ort – verbringt hier doch die Familie meist einen Großteil ihrer Zeit, wird hier lecker gekocht, riecht es gut. Allerdings können kleinere Kinder meist nicht sehen, was überhaupt passiert, da die Küchenmöbel zu hoch sind.

Doch Unfälle lassen sich durch ein paar einfache Handgriffe vermeiden. So sollten die Stiele der benutzten Pfannen nach hinten gedreht werden, so dass sie nicht über den Herdrand hinausragen. So können Kinder sie nicht erreichen.

Das Kochen auf den hinteren Herdplatten verhindert, dass Kinder auf eine heiße Platte fassen oder einen Topf mit kochendem Inhalt vom Herd herunterziehen können. Ein Herdschutzgitter kann das Kind vor diesen Unfällen schützen.

Selbstverständlich sollte sein, dass Elektrogeräte außer Reichweite des Kindes stehen. Auch Kabel niemals herunterhängen lassen – Kinder könnten sonst daran ziehen und sich verletzen. Scharfe Messer sollten nicht offen herumliegen.

Großgeräte wie Waschmaschine, Trockner oder Geschirrspüler erinnern Kinder vielleicht an geheimnisvolle Höhlen, die erforscht werden wollen. Daher sollte man die Türen dieser Geräte immer geschlossen halten.