Jetzt an die Grippeimpfung denken!

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Kaum wird es draußen nass und kalt, steigt die Zahl der Menschen mit Erkältungskrankheiten deutlich an. Doch während ein grippaler Infekt, also die klassische „Erkältung“, meist schnell vorübergeht, ist die „echte Grippe“ eine ernstzunehmende Erkrankung.

„Typisch für eine Virusgrippe ist ein plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, einem starken Krankheitsgefühl und deutlichen Muskel- und Gelenkschmerzen. Gefährlich wird es, wenn es zu Komplikationen, beispielsweise einer Lungenentzündung, kommt“, erläutert Dr. Wiete Schramm, Fachgebietsleiterin Arbeitsmedizin bei TÜV Rheinland.

Daher gilt für Menschen ab 60 Jahren in Deutschland eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Auch Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, Schwangere ab dem 4. Schwangerschaftsmonat und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollten sich laut STIKO impfen lassen. Empfohlen wird eine Grippeschutzimpfung zudem für Berufstätige, die viel mit Menschen in Kontakt kommen oder in einem Gesundheitsberuf tätig sind.

Eine Impfung schützt gleich zweimal: Sie bewahrt die meisten Geimpften vor einer Erkrankung und deren möglicherweise schwerwiegenden Folgen. Zugleich verhindert jede nicht erkrankte Person, dass sich weitere Menschen anstecken und sich die Grippe in der Bevölkerung ausbreitet.

Die besten Impftermine: Oktober und November

Die Daten des Robert Koch-Institutes (RKI) zeigen, dass die Hochsaison der Grippeerkrankungen meist um die Jahreswende liegt. Daher sollte eine Grippeimpfung im Oktober oder November erfolgen. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis der Impfschutz aufgebaut ist. Mit einer Impfung im Herbst ist somit rechtzeitig für den kommenden Erkrankungszeitraum vorgesorgt.

Der aktuelle Impfstoff ist ein Vierfachimpfstoff, der sich gegen die „Fiesen 4“ richtet: gegen H1N1, H3N2, Victoria und Yamagata. Diese vier saisonalen Influenzaviren wurden als diejenigen ausgemacht, die in diesem Jahr die meiste Gefahr verbreiten sollen.

Neben den Impfstoffen zur intramuskulären Injektion in den Oberarm gibt es in dieser Saison auch einen Impfstoff, der subcutan, also in das Unterhautgewebe injiziert werden kann. Kinder ab einem Alter von zwei Jahren können sich mittels eines Nasensprays gegen Grippe impfen. Einen speziellen Impfstoff gibt es auch für ältere Menschen ab 65 Jahren. Dieser enthält zusätzlich einen Wirkverstärker.

Zusätzlich zur Impfung gegen Influenza rät das RKI zu einfachen, effektiven und probaten Maßnahmen: simples Händewaschen – regelmäßig und gründlich mit Seife – und Abstand zu erkrankten Personen zu halten.

Viren sind hochansteckend

Influenzaviren sind weltweit verbreitet. Sie werden vor allem durch kleinste Tröpfchen, z.B. beim Reden, Husten oder Niesen, übertragen - der sogenannten Tröpfcheninfektion. Mit der eingeatmeten Luft gelangen sie bis in die Bronchien, wo sie sich in den Schleimhautzellen festsetzen und schnell vermehren.

Infizieren kann man sich jedoch auch über direkten Kontakt mit virushaltigem Schleim, z.B. über verunreinigte Gegenstände, oder über Klimaanlagen. Bereits geringe Virusmengen können eine Infektion auslösen, da die Viren hochansteckend sind.

In der nasskalten Jahreszeit sind die Schleimhäute zudem aufgrund der Kälte und der geringen Luftfeuchtigkeit in geheizten Räumen oftmals stark gereizt, sodass die körpereigene Barriere gegen Viren nicht effektiv funktioniert.

Grippepatienten sind übrigens bereits ein bis zwei Tage vor Beginn der ersten Krankheitsanzeichen - in der Inkubationszeit - sowie bis etwa eine Woche nach dem Krankheitsausbruch ansteckend. Durch einen einzigen Infizierten können sich bei Massenansammlungen von Menschen zahlreiche andere Personen anstecken. Überall dort, wo Menschen in engen Räumen aufeinander treffen, finden die Viren schnell neue Opfer - sei es in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Ämtern, Schulen, Kaufhäusern oder Theatern.