Sonnenschutz: Mehr ist mehr!

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Ob Sommer oder Winter, ob im Gebirge, am Strand oder auf dem Balkon: Bereits wenige Sonnenstrahlen schaffen Wohlbefinden und haben zudem auch noch zahlreiche positive Wirkungen auf unseren Körper. Die ultravioletten Strahlen des Sonnenlichts aktivieren die Atmung, regen Durchblutung, Stoffwechsel und Drüsentätigkeit an. In Maßen genossen, stimulieren sie zudem die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Infektionen.

Mit Hilfe der UV-B-Strahlung des Sonnenlichts wird außerdem Vitamin D gebildet, das zur Regulierung des Kalziumspiegels im Blut und zum Knochenaufbau benötigt wird. Außerdem stabilisiert Vitamin D das Zusammenspiel von Muskeln und Nerven. Mit Hilfe der UV-Strahlen entstehen in der Oberhaut sogenannte Provitamine. Diese werden dann zur Leber und anschließend zu den Nieren transportiert und dort in das eigentliche Vitamin D umgewandelt.

Allerdings ist die Sonne nur in Maßen gesund. Die meisten Schäden an der Haut und auch ein wesentlicher Teil der Hautalterung ist auf zu viel Sonnenstrahlung zurückzuführen. Sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen haben negative Effekte auf die Haut.

Vier Esslöffel sollten es sein

Ein sorgfältiger Sonnenschutz ist wichtig, um Hautkrebs und einer vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen. Welcher Lichtschutz benötigt wird, hängt vom individuellen Hauttyp genauso ab wie von der Eigenschutzzeit der Haut, der Länge des Sonnenbades und der Intensität der Sonne. Außerdem spielt es eine Rolle, ob man sich nur im Schatten einem Sonnenbad hingibt oder aber auf dem Fußballfeld kickt, eine Wanderung unternimmt oder schwimmen geht.

Sonnenschutz gibt es in vielen verschiedenen Varianten: als Gel, Milch, Spray oder Creme. Jedes Produkt hat seine eigenen Vor- und Nachteile. So enthält Gel wenig Fett und ist deshalb gut für Menschen mit Akne sowie für Sportler geeignet. Spray hingegen lässt sich gut verteilen, allerdings kann es beim Sprühen auch leicht zu Cremeverlusten kommen. Besonders effektiv ist Sonnencreme, die aufgrund ihres hohen Fettgehaltes die Wirksubstanzen besser bindet.

Wichtig ist vor allem, dass ausreichend Sonnenschutzmittel auf die Haut kommt. Und das ist leider bei den Wenigsten so. Etwa vier Esslöffel voll sind notwendig, um einen statistischen Standardmann ausreichend zu schützen. Das sind rund 35 bis 40 Milliliter Sonnenschutz.

Die Creme sollte gleichmäßig verteilt werden. Eine kleine Hilfestellung ist, den Körper in verschiedene Partien einzuteilen und jeweils zwei Fingerlängen für jede Partie zu benutzen: Gesicht & Nacken, Dekolleté, rechter Arm, linker Arm, oberer Rücken, unterer Rücken, Bauch, rechter Oberschenkel, linker Oberschenkel, rechter Unterschenkel, linker Unterschenkel, rechter Fuß, linker Fuß. Ganz wichtig sind natürlich die sogenannten Sonnenterrassen wie Ohren, Nase oder die Fußoberseite.

Man sollte sich zudem vor dem Sonnenbad eincremen. Wer seine Haut drinnen eincremt, ist sofort geschützt, wenn es nach draußen geht. Nachcremen verlängert zwar nicht die Schutzzeit und erhöht auch nicht den Lichtschutzfaktor. Dennoch ist es sinnvoll, da durch Wasser und Schweiß mit der Zeit ein Teil der Sonnencreme und damit der Schutzwirkung verloren geht.

Von Eigenschutzzeit und Lichtschutzfaktoren

Sonnenschutz ist in verschiedenen Stärken erhältlich. Der Lichtschutzfaktor (LSF, auch SPF für „Sun Protection Factor“) gibt an, wie gut ein Sonnenschutzmittel vor UV-B-Strahlung schützt. Inzwischen haben die Mittel auch seit Langem einen UV-A-Schutz – dieses wird durch die Buchstaben UVA in einem Kreis dargestellt.

Mit dem Lichtschutzfaktor kann man die maximale Zeit errechnen, die man sich – je nach Hauttyp – in der Sonne aufhalten darf. So ist Hauttyp 1 meist sehr hellhäutig und hat rotes oder blondes Haar. Die Eigenschutzzeit der Haut, also die Zeit, die Menschen dieses Hauttyps ungeschützt in der Sonne verbringen können, ohne die Haut nachhaltig zu schädigen, beträgt gerade einmal fünf bis zehn Minuten. Die Eigenschutzzeit für Menschen mit den Hauttypen 2 und 3 (hellhäutig bis hellbraun) beträgt maximal zehn bis 25 Minuten.

Diese Eigenschutzzeit wird nun mit dem Lichtschutzfaktor multipliziert. Nimmt ein Mensch mit Hauttyp 1 also einen LSF 30, kann er 10 x 30, also 300 Minuten maximal in der Sonne verbringen. Sicherheitshalber sollte man allerdings nur etwa zwei Drittel dieser Zeit ausnutzen.

Kinderhaut ist besonders empfindlich. Während Babys gar nicht in die Sonne sollten, gilt für Kinder ab einem Jahr eine maximale Eigenschutzzeit von fünf Minuten. Für Kinder sollte immer ein Mittel mit dem höchsten Lichtschutzfaktor (50+) gewählt werden. Spezielle Produkte für Kinder enthalten mehr physikalischen Sonnenschutz, der den weißen Film auf der Haut ausmacht, da ihre Leber den chemischen Sonnenschutz noch nicht so gut verarbeiten kann.

Allerdings ist das Eincremen nicht gleichbedeutend mit einem Freifahrtschein für unbegrenzten Sonnengenuss. Die richtige Kleidung, eine gute Sonnenbrille und verantwortungsbewusstes Handeln sind ebenso wichtig.