Der 6. Juni 2017 ist Aktionstag gegen den Schmerz

Aktionstag gegen den SchmerzAlljährlich am ersten Dienstag im Juni findet der "Aktionstag gegen den Schmerz" statt. Schmerzpatienten und ihre Angehörigen können sich an diesem Tag gezielt über Behandlungsmöglichkeiten informieren und beraten lassen.

Vielfältige Aktionen

Zum inzwischen sechsten Aktionstag gegen Schmerz betont Prof. Dr. med. Michael Schäfer, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V., dass "jeder Mensch das Recht auf eine angemessene Schmerzbehandlung" hat.

"Leider ist es derzeit u.a. aufgrund der Rahmenbedingungen des Gesundheitssystems so, dass noch immer viele Schmerzpatienten in Deutschland unterversorgt sind", so Prof. Schäfer weiter. Ein sehr großer und nicht zu vernachlässigender Teil der rund 13 Millionen Schmerzpatienten hierzulande wird demnach unzureichend behandelt.

Dies gilt vor allem für Menschen mit chronischen Schmerzen, die oftmals weit über ein Jahr warten müssen, bevor sie eine angemessene Behandlung erhalten. Die Forderung lautet daher, dass "das Thema Schmerz ein Schwerpunkt werden (muss) bei den Verantwortlichen der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik."

Am Aktionstag, der immer am ersten Dienstag im Juni stattfindet, geben schmerztherapeutische Einrichtungen in ganz Deutschland Einblicke in die verschiedenen Methoden der Schmerzbehandlung. Außerdem stehen am 6. Juni 2016 zwischen 9.00 und 18.00 Uhr renommierte Schmerzexperten aus ganz Deutschland unter der kostenfreien Hotline für Schmerzpatienten 0800-1818120 zur Verfügung.

Auf Initiative des Arbeitskreises "Patienteninformation" der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. gibt es in den entsprechenden Stores auch die erste deutschsprachige App zu allen relevanten Schnellinformationen und Kurzartikeln rund um das Thema Schmerz. Die kostenlose "schmerzApp" führt auch zu einem interaktiven Schmerzfragebogen.

Warnfunktion Schmerz

Akute, d.h. plötzlich auftretende Schmerzen üben für den menschlichen Körper eine wichtige Warnfunktion aus. Sie machen darauf aufmerksam, dass irgendwo im Körper etwas nicht stimmt, eine Reizung, Wunde oder Entzündung vorliegt.

Akute Schmerzen entstehen beispielsweise bei Zahnproblemen, Verstauchungen, Prellungen, Schnittverletzungen, Sonnenbrand oder Muskelverspannungen. Ist die auslösende Ursache geheilt und beseitigt, klingen diese akuten Schmerzen meist von selbst ab.

Allerdings können Schmerzen auch länger erhalten bleiben. Sie weisen dann z.B. auf eine ständige körperliche Fehlbelastung hin oder sind ein Zeichen für psychische Überlastung. Auch hier hat der Schmerz noch eine Warnfunktion.

Diese geht allerdings beim chronischen Schmerz verloren. Werden Nervenzellen immer wieder Schmerzimpulsen ausgesetzt, entwickeln sie ein sogenanntes Schmerzgedächtnis. Ist dieses entstanden, reicht bereits ein leichter Reiz, um als Schmerzimpuls registriert zu werden. Aus dem akuten Schmerz ist ein chronischer Schmerz geworden.

Als Dauerschmerzen oder chronische Schmerzen werden diejenigen Schmerzen bezeichnet, die über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr auftreten. Vielfach sind die Schmerzen mit Depressionen und sozialer Vereinsamung verbunden.